Die Machbarkeitsstudie der Fridays For Future

Wie Sie wissen, beteiligen wir uns regelmäßig an den Klimastreiks von „Fridays for Future“ (FFF). Die Bewegung geht seit nunmehr fast zwei Jahren jeden Freitag für eine lebenswerte Zukunft, für Klimagerechtigkeit und für die Einhaltung der 1,5-GradCelsius-Grenze auf die Straße, abgesehen von den zeitweiligen Corona-bedingten Einschränkungen. Mit dem Abschluss des Pariser Klimaabkommens vor fünf Jahren wollte die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen. Doch bisher, so stellt FFF fest, hat weder eine Regierung, noch irgendeine Partei, noch irgendeine Institution überhaupt untersuchen lassen, was zur Einhaltung des Abkommens nötig wäre.

Daher hat „Fridays for Future“ nun selber das renommierte „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ beauftragt, in einer Studie herauszufinden, was die 1,5- Grad-Celsius-Grenze für Deutschland bedeutet und welche Möglichkeiten aus heutiger Sicht bestehen, sie einzuhalten. Die Ergebnisse sind nach Angaben der Initiatoren verblüffend.

Zu welchen Ergebnissen ist die Studie gekommen?
 

Die Untersuchung zeigt laut FFF, dass die Klimaziele der Bundesregierung zu einem mehr als doppelt so hohen CO2-Ausstoß führen würden. Die 1,5-Grad-Grenze ließe sich nur dann einhalten, wenn Deutschland bis 2035 CO2-neutral werde. Die Emissionen müssten dann in den kommenden Jahren extrem sinken. Das Institut hält es laut FFF aber grundsätzlich für möglich, bis 2035 CO2-neutral zu werden. Was dafür laut Studie notwendig wäre, um dieses Ziel zu erreichen, fasst Fridays for Future zusammen: Die erneuerbaren Energien, und da besonders die Wind- und Solarenergie, müssten in den kommenden Jahren vier- bis fünfmal so stark ausgebaut werden wie bisher. Auch der Import von ausländischen klimaneutralen Energieträgern werde nötig sein. Auch der Ausstieg aus dem Erdgas sei bis 2035 nötig. Für die sichere Stromversorgung sowie für klimaverträgliche Industrieprozesse werde Wasserstoff gebraucht, der mindestens zu einem Teil in Deutschland durch erneuerbare Energien erzeugt werden sollte. Dafür brauche es so genannte Elektrolyseure, und zwar mit einer sieben- bis neunmal so großen Leistung wie von der Großen Koalition geplant. In den nächsten Jahren erreichten viele Industrieanlagen das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer und müssten ersetzt werden. Das heißt: Alle neuen Anlagen müssten sich klimaneutral betreiben lassen. Alle noch bestehenden fossilen Anlagen seien entweder stillzulegen oder auf nicht fossile Technologien umzustellen. Auch hier werde Wasserstoff eine große Rolle spielen. Der aktuell hohe Energiebedarf der Industrie lasse sich nur schwer mit erneuerbaren Energien decken. Daher brauche es eine konsequente Kreislaufwirtschaft: Durch Wiederverwendung, Wiederverwertung und Recycling von Produkten lasse sich der Energiebedarf der Industrie erheblich reduzieren. Die Studie sieht laut FFF in der Industrie auch die Notwendigkeit einer deutlich höheren CO2-Bepreisung in der Größenordnung von 180 Euro pro Tonne CO2. Der Aufbau der Infrastruktur für eine klimaneutrale Industrie müsse schon beginnen, bevor die Nachfrage danach vorhanden sei.

Was muss laut Studie geschehen?
 

Der Autoverkehr müsse laut Studie halbiert, der öffentliche Verkehr verdoppelt, Verbrenner durch E-Autos ersetzt werden. 30 Prozent des Lkw-Verkehrs gelte es, auf die Schiene zu verlagern. In der Untersuchung werde gefordert, den innerdeutschen Flugverkehr zu beenden. Für den verbleibenden, aber ebenfalls stark reduzierten Flugverkehr solle ab 2035 ausschließlich synthetischer Kraftstoff verwendet werden. Ferner stelle die Studie fest, dass der Energieverbrauch von Gebäuden sinken müsse. Eine energetische Sanierung, etwa durch Dämmung, sei jedes Jahr bei vier Prozent der Häuser nötig. Derzeit geschehe das bei weniger als einem Prozent. Auch arbeiteten noch immer fast 80 Prozent aller neuen Heizungen mit fossiler Energie. Die Studie fordere hier stattdessen Wärmepumpen. Nötig seien auch besser ausgebildete Handwerker. Wir als Pioniere in sauberem Strom und Gas und Entrepreneurs for Future hoffen, dass die Studie die nötige Resonanz erhält und den Klimaschutz voranbringt.

Aktuelles | Energiewende | 25.11.2020

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